Unser vergessenes Lernen

Wir haben das berufliche Lernen zuerst delegiert und anschließend vergessen. Im Sinne einer Arbeitsteilung übergaben wir institutionellen Einrichtungen wie Berufsschulen und Universitäten, Trainingsakademien oder Personalentwicklungsabteilungen unser Lernen. Nun sind diese neben dem Wie vor allem auch für das Was der beruflichen Weiterbildung verantwortlich. Sie bestimmen, welche Inhalte wir lernen. Und sie bestimmen ebenso, welche Inhalte wir nicht lernen. 

Diese Arbeitsteilung mag für beständige, repetitive Tätigkeiten sinnvoll sein. Erweist sich jedoch das Arbeitsumfeld als sehr volatil, dann versagt sie schnell. Da die Lerninhalte bereits im Moment des Lehrens überaltert sind. Da sich Barrieren zwischen Lernen und Anwenden auftürmen. Da die Praxis in der Theorie dann doch eine andere ist, als es die Praxis von der Theorie erfordert. Und dann stehen wir vor einer der vielen beruflichen Herausforderungen, wissen alle irgendwie das Gleiche und können genau für diese Aufgabe keine Lösung finden. Vielleicht sollten wir ein Seminar besuchen? Oder doch eher die Künstliche Intelligenz befragen? Die aber auch wieder nur in die Vergangenheit blickt und vielleicht gar schon von den professionellen Anbietern bemüht wurden.

Nein, ein solches Vorgehen sorgt nur für das wiederholte Durchkauen bereits bekannten Wissens. Möchten wir jedoch Neues entdecken, dann müssen wir das Lernen als unser Lernen begreifen und die Verantwortung dafür übernehmen. Innovation entsteht durch Querdenken. Und dafür brauchen wir unsere eigenen Lernpfade mit sehr spezifischen Inhalten und den für uns perfekt passenden didaktischen Methoden.